Minigolf Geschichte

Obwohl Bahnengolf die offizielle Sammelbezeichnung für die genormten Bahnensysteme Minigolf, Miniaturgolf, Cobigolf, Sterngolf und Filzgolf darstellt, hat sich umgangssprachlich die Bezeichnung Minigolf für alle Systeme festgesetzt.

Minigolf ist eine relativ junge Sportart: sie entwickelte sich in ihrer heutigen Form erst in den 1950ern und 1960ern aus dem Golfsport, der seine Anfänge im 15. Jahrhundert hat. Minigolf wird nicht auf großen Rasenplätzen, sondern auf befestigten Bahnen gespielt und entspricht im Prinzip dem letzten Schlag auf dem Golfgreen, mit dem der Ball ins Zielloch eingeputtet wird. Identisch ist das Ziel des Spiels, nämlich den Ball jeweils mit möglichst wenigen Schlägen ins Loch zu bewegen.

Als Ursprünge des Minigolfs kamen Phantasiebahnen mit den verschiedensten Hindernisaufbauten ab den 1920er Jahren in England und den USA auf. Als Pistengolf, Putt-Putt-Golf, Kleingolf, Minigolf usw. erfreuten sie sich zunehmender Beliebtheit als preiswertes Freizeitvergnügen. Zunächst nur in der Nähe von echten Golf-Plätzen zu Übungszwecken entstanden, verbreiteten sich diese Anlagen mit ihren Phantasieaufbauten zunehmend und wurden auch nach Europa importiert. Diese Anlagen unterschieden sich sowohl im Untergrund, auf dem gespielt wurde, als auch in den Hindernissen sehr stark. Dies war einer weiten Verbreitung eher abträglich.

Ab 1951 entwickelte der Schweizer Paul Bongni eine normierte Variante des Minigolfs, die er unter der Markenbezeichnung „Minigolf“ patentrechtlich schützen ließ. Die erste Minigolfanlage überhaupt wurde 1953 in Locarno (Schweiz) errichtet, die erste deutsche Anlage folgte 1958 in Traben-Trarbach. Beim Minigolf sind alle 18 Bahnen in Gestaltung und Reihenfolge festgelegt.

Als zweites Standardsystem etablierte sich „Miniaturgolf“ mit der ersten durch den Hamburger Geschäftsmann Albert Rudolf Pless geschaffenen Anlage 1958 in Planten un Blomen in Hamburg. Eine Miniaturgolfanlage besteht aus 18 Bahnen in beliebiger Reihenfolge aus einer Auswahl aus 25 genormten Bahnen, nur die Bahnen „Blitz“ und „Rechter Winkel“ müssen vorhanden sein.

Ab 1960 kam Cobigolf mit seinen typischen zu durchspielenden Törchen zwischen Abschlag und Ziel als Bahnensystem hinzu, 1963 Sterngolf mit dem namensgebenden sternförmigen Endkreis der letzten Bahn und in den 1990er Jahren schließlich Filzgolf aus dem skandinavischen Raum mit Filzuntergrund, Holzbanden und achteckigem Endkreis. Seit 1991 werden im Minigolf alle zwei Jahre Weltmeisterschaften ausgetragen.

Ansätze zu einer Standardisierung gab es mehrfach, aber erst Bongni hat sich mit seinem Modell durchgesetzt. Seine Version ist das Minigolf, das in internationalen Wettbewerben gespielt wird und in Europa am verbreitetsten ist, während in den USA traditionell Phantasieanlagen dominieren, die dort unter anderem ebenfalls als „minigolf“ oder „miniature golf“ bezeichnet werden. Durch die Standardisierung sollte es theoretisch möglich sein, jede Bahn mit einem As, d. h. mit einem einzigen Schlag zu bewältigen. Minigolf hat für die Betreiber den Vorteil, nicht so viel Fläche wie ein richtiger Golfplatz zu verbrauchen; für die Spieler, theoretisch mit einem Schläger und einem (Universal-)Ball auszukommen. Diese Grundausrüstung verleiht der Platzbetreiber gegen Gebühr. Auch die ersten Meisterschaften in Deutschland wurden mit einem einzigen Golfball ausgetragen, ehe Vereinsspieler begannen, mit vorhandenen Bällen aller Art zu experimentieren und diese zu bearbeiten, um ihre Laufeigenschaften zu verändern und das Spielergebnis zu verbessern. Schließlich wurden Bälle mit gewünschten Eigenschaften in kleineren Serien hergestellt, zunächst im privaten Kreis, seit etwa 1970 zunehmend von kommerziellen Anbietern. Aufbauende Vereinsarbeit, professionelles Training und Verbesserung des Schläger- und Ballmaterials führten schon Ende der 1970er Jahre zu einer Revolution in den Ergebnissen. In dieser Zeit wurde die theoretisch mögliche Bestleistung, eine Runde mit 18 Schlägen, auch praktisch verwirklicht.

Mittlerweile stützt sich Minigolf neben seiner fortdauernden Beliebtheit als Freizeitvergnügen (geschätzt 15 Millionen Besucher pro Jahr auf deutschen Anlagen) auf ein solides Fundament aus Vereinen, die in Wettkämpfen von Regional- bis Weltmeisterebene gegeneinander antreten.

Die Informationen auf dieser Seite wurden aus verschiedenen Quellen wie dem NBV, DMV und Wikipedia zusammengestellt.

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